Die vier Bausteine deines Kapitalbedarfs
- 1
Investitionen
Alles, was du einmalig anschaffst und länger nutzt: Ausstattung, Maschinen, Fahrzeug, Computer, Software, Einrichtung, Umbau.
- 2
Gründungskosten
Gewerbeanmeldung, bei UG oder GmbH Notar und Handelsregister, Beratung, Logo und Website, Erstausstattung mit Material oder Ware, Kautionen.
- 3
Anlaufkosten
Laufende Betriebskosten für die ersten Monate, in denen die Umsätze noch nicht reichen: Miete, Versicherungen, Software-Abos, Werbung, Fahrzeugkosten.
- 4
Lebenshaltung und Reserve
Was du privat brauchst, bis der Gewinn reicht – plus ein Puffer für Unvorhergesehenes. Dieser Posten wird am häufigsten unterschätzt.
Kosten, die oft vergessen werden
- Kranken- und Pflegeversicherung: Als Selbstständiger zahlst du sie allein, bei der freiwilligen gesetzlichen Versicherung gilt ein Mindestbeitrag.
- Altersvorsorge: Für die meisten Selbstständigen keine Pflicht, aber ohne Vorsorge fehlt dir später die Rente. Für einige Berufe, etwa bestimmte Lehrende und Handwerker, gilt eine Rentenversicherungspflicht.
- Steuern: Einkommensteuer-Vorauszahlungen setzt das Finanzamt anhand deiner Gewinnschätzung fest. Lege einen festen Anteil jeder Einnahme zurück.
- Betriebliche Versicherungen wie die Betriebshaftpflicht, je nach Branche Pflicht oder dringend empfohlen.
- Zahlungsziele: Kunden zahlen Rechnungen oft erst Wochen später. Diese Lücke musst du überbrücken.
Mindestkapital je nach Rechtsform
Als Einzelunternehmer oder Freiberufler gibt es kein gesetzliches Mindestkapital. Bei der UG (haftungsbeschränkt) reicht rechtlich ein Stammkapital ab 1 Euro, sinnvoll ist aber mehr, damit die Gesellschaft nicht sofort überschuldet ist. Die GmbH braucht 25.000 Euro Stammkapital, von denen bei der Anmeldung mindestens 12.500 Euro eingezahlt sein müssen.
Woher das Geld kommen kann
- Eigenmittel und Ersparnisse – Banken erwarten meist einen Eigenanteil.
- Gründungszuschuss (bei Arbeitslosengeld) oder Einstiegsgeld (beim Jobcenter) sichern deinen Lebensunterhalt in der Startphase.
- Förderkredite, etwa der ERP-Gründerkredit – StartGeld der KfW, beantragt über deine Hausbank.
- Förderprogramme der Länder und Bürgschaftsbanken, wenn Sicherheiten fehlen.
- Mikrokredite für kleinere Beträge.
Tipp: Rechne den Liquiditätsplan Monat für Monat. Erst dann siehst du, in welchem Monat das Geld am knappsten wird – und genau dieser Tiefpunkt bestimmt, wie viel Startkapital du wirklich brauchst.
Häufige Fragen
Kann ich ohne Startkapital gründen?+
Bei Dienstleistungen ohne Ausstattung ist das manchmal möglich. Den Lebensunterhalt in der Anlaufphase musst du aber trotzdem sichern, etwa mit Rücklagen, Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld.
Wie viele Monate Reserve sollte ich einplanen?+
Eine gesetzliche Vorgabe gibt es nicht. Viele Berater empfehlen, die Kosten von mehreren Monaten als Puffer einzuplanen. Wie viel genau, zeigt dein Liquiditätsplan.
Zählt der Gründungszuschuss als Startkapital?+
Er ist für deinen Lebensunterhalt und deine soziale Absicherung gedacht, nicht für Investitionen. Im Finanzierungsplan kannst du ihn aber bei der Lebenshaltung berücksichtigen.
Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: 4. November 2026. Maßgeblich sind die Entscheidungen deiner Agentur für Arbeit bzw. deines Jobcenters.