Wofür du den Businessplan brauchst
- Gründungszuschuss: Eine fachkundige Stelle prüft anhand von Businessplan und Zahlen, ob dein Vorhaben tragfähig ist.
- Einstiegsgeld vom Jobcenter: Auch hier wird in der Regel ein Konzept mit Zahlen verlangt.
- Bank und Förderkredite: Ohne Plan und Finanzteil gibt es kein Darlehen.
- Für dich: Der Plan zwingt dich, Preis, Zielgruppe und Kosten zu Ende zu denken, bevor es Geld kostet.
Die sinnvolle Reihenfolge
- 1
Geschäftsidee und Angebot
Was bietest du an, welches Problem löst du, was macht dich anders? Kurz und konkret.
- 2
Gründerperson
Warum bist du die richtige Person? Ausbildung, Berufserfahrung, Branchenkenntnis. Lücken offen benennen und zeigen, wie du sie schließt.
- 3
Markt und Zielgruppe
Wer sind deine Kunden, wie viele gibt es in deinem Einzugsgebiet, wer sind die Wettbewerber? Mit Quellen statt Vermutungen.
- 4
Marketing und Vertrieb
Wie erfahren Kunden von dir, und wie wird aus Interesse ein Auftrag? Preise und Preislogik gehören hierher.
- 5
Organisation und Rechtsform
Standort, Rechtsform, Genehmigungen, Versicherungen, Partner und gegebenenfalls Personal.
- 6
Chancen und Risiken
Was kann schiefgehen und was tust du dann? Ein ehrlicher Risikoteil macht den Plan glaubwürdiger, nicht schwächer.
- 7
Zahlenteil
Kapitalbedarf, Finanzierung, Umsatz- und Rentabilitätsvorschau, Liquiditätsplan. Üblich ist eine Planung über drei Jahre.
- 8
Zusammenfassung zuletzt
Die Zusammenfassung steht im Plan ganz vorne, wird aber am Schluss geschrieben. Eine Seite, die das Wichtigste auf den Punkt bringt.
Der Zahlenteil: hier wird entschieden
Viele Businesspläne scheitern nicht am Text, sondern an den Zahlen. Die fachkundige Stelle und die Bank schauen vor allem, ob Umsätze nachvollziehbar hergeleitet sind und ob am Ende genug für deinen Lebensunterhalt übrig bleibt.
- Kapitalbedarfsplan: Was brauchst du einmalig für Ausstattung, Gründungskosten und Anlaufphase?
- Finanzierungsplan: Woher kommt das Geld – Eigenmittel, Förderung, Kredit?
- Umsatzplanung: Kunden mal Preis, Monat für Monat, mit realistischer Anlaufzeit.
- Rentabilitätsvorschau: Umsatz minus Kosten. Was bleibt als Gewinn vor Steuern?
- Liquiditätsplan: Wann fließt Geld tatsächlich rein und raus? Hier zeigt sich, ob du zwischendurch zahlungsfähig bleibst.
Häufiger Fehler: Privatentnahmen vergessen. Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge, Einkommensteuer und Lebenshaltung müssen aus dem Gewinn bezahlt werden. Plane sie ausdrücklich ein.
Typische Fehler
- Umsätze ab dem ersten Monat auf vollem Niveau planen.
- Marktzahlen ohne Quelle oder für ganz Deutschland statt für dein Einzugsgebiet.
- Textbausteine aus dem Internet, die erkennbar nicht zu deinem Vorhaben passen.
- Zahlen und Text widersprechen sich, zum Beispiel andere Preise im Marketing- als im Finanzteil.
- Zu lang. Lieber klar und belegt als ausschweifend.
Häufige Fragen
Kann ich eine Vorlage verwenden?+
Als Gliederung ja, zum Beispiel aus dem Existenzgründungsportal des Bundes. Die Inhalte müssen aber zu deinem Vorhaben passen. Kopierte Texte fallen bei der fachkundigen Stelle schnell auf.
Wie lange dauert es, einen Businessplan zu schreiben?+
Das hängt davon ab, wie weit deine Idee schon ist. Rechne mit mehreren Wochen, weil Marktrecherche und Zahlen Zeit brauchen. Mit Begleitung geht es meist deutlich schneller.
Kann ich mir beim Businessplan helfen lassen, ohne selbst zu zahlen?+
Ja, wenn du arbeitslos oder arbeitsuchend gemeldet bist, kann ein Gründungscoaching mit AVGS gefördert werden. Dann entsteht der Businessplan gemeinsam mit einem Coach, die Kosten trägt die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
Allgemeine Informationen, keine Rechts- oder Steuerberatung. Stand: 4. November 2026. Maßgeblich sind die Entscheidungen deiner Agentur für Arbeit bzw. deines Jobcenters.